Die zehn Dibrot
Ideologie:
Die Dibrot („Gebote“) des Hashomer Hatzair beschreiben die Haltung, den Charakter und die Weltanschauung des "idealen" Chawers (Mitgliedes) und bilden ein erstrebenswertes Ziel für alle Mitglieder unserer Tnua (Bewegung). Diese Dibrot wurden erstmals 1916 verfasst und befinden sich seitdem in einem langjährigen Erneuerungsrozess, an dem alle Länder teilgenommen haben erneuert. Die letzte Version wurde im Mai 2008, im Kibbutz Holit, in Israel verfasst :
Die 10 Dibrot (seit 2008):
| 1. | Der Schomer ist ein Mensch der Wahrheit und steht auf ihrer Wacht |
| 2. | Der Schomer ist ein integraler Teil des jüdischen Volkes und mit dem Staate Israel eng verbunden. Er/Sie ist seiner/ihrer Kultur verwurzelt und ein Chalutz unseres Judentums. |
| 3. | Der Schomer findet Bedeutung in seiner/ihrer Beziehung zu Arbeit und kämpft für eine Welt, in der Arbeit eine produktive Ausdrucksform menschlicher Kreativität und Freiheit ist. |
| 4. | Der Shomer ist politisch aktiv und ein Vorkämpfer im Streben nach Freiheit, Gleichberechtigung, Frieden und Solidarität. |
| 5. | Der Schomer ist ein treuer und pflichtbewusster Chaver, der mit anderen zusammenarbeitet, für den Fortschritt der Gesellschaft kämpft und die schomrischen Werte vertritt. |
| 6. | Der Schomer entwickelt aktiv und pflegt Beziehungen, welch bewusst, frei und ehrlich sind, sowohl innerhalb der Kwutza, als auch in der gesamten schomrischen Gemeinschaft. Er/Sie übernimmt die Verantwortung für seine/ihre Chaverim Sorge zu tragen. |
| 7. | Der Schomer respektiert die Natur, sie ist ihm/ihr wichtig; er lernt sie kennen, lernt in ihr zu leben und handelt nachhaltig. |
| 8. | Der Schomer ist mutig, unabhängig, denkt kritisch und handelt dementsprechend. |
| 9. | Der Schomer stärkt seinen/ihren Charakter und strebt zu körperlicher, mentaler und spiritueller Ganzheit. |
| 10. | Der Schomer ist von seiner/ihrer Vernunft geleitet und
übernimmt volle Verantwortung für sein/ihr Handeln. Er/Sie setzt Dugma
Ischit. |
Ziele:
Zur Gründungszeit der Bewegung war das Ziel natürlich die Alija („Aufstieg“/Auswanderung nach Israel). Die Jugendlichen des Shomers (abk.) wurden dazu vorbereitet und das damalige Palästina zu unterstützen und bei dessen Aufbau mitzuwirken. Nach der Gründung des Staates Israel 1948 konnten diese Shomrim ihr Erlerntes beweisen, indem viele nach Israel auswanderten.
Heute versuchen wir nicht mehr die Shomrim davon zu überzeugen nach Israel zu ziehen, sondern ihre jüdische Identität und das Zugehörigkeitsgefühl zu Israel zu stärken.
Geschichtlicher Überblick:
1916: Erste Fassung der Dibrot
1. Mensch der Wahrheit
2. Treu zu seinem Volke
3. Bruder der Schomrim
4. Brüderliche Hilfe und brüderliches Vertrauen
5. Liebt die Natur
6. Folgt den Befehlen seiner Vorgesetzten
7. Fröhlich und Erweckt
8. Sparsam und gibt von Herzen
9. Gewissenhaft in seiner Arbeit
10. Rein in seinen Gedanken, auf seinen Wegen und in seinen Handlungen
1928: Zweite Reerfassung der Dibrot
1. Mensch der Wahrheit und steht auf ihrer Wacht
2. Pionier der Wiederbelebung seines Volkes, seiner Sprache und seiner Heimat
3. Aktiv, Mensch der Arbeit und ist fähig aus dem Werk seiner Hände zu leben.
4. Bekämpft die Ungerechtigkeit, verwirklicht sich selbst und setzt sich für Brüderlichkeit und Freiheit in der menschlichen Gesellschaft ein
5. Brüderliche Hilfe und br?derliches Vertrauen
6. Treu der schomrischen Gemeinschaft und unterstellt sich der Disziplin ihrer Leiter
7. Schützt die Natur, kennt sie, weiss in ihr zu leben
8. Mutig, fröhlich und erweckt
9. Willensfestigkeit und vervollkommt sich in geistiger und körperlicher Hinsicht
10. Rein in seinen Gedanken, Worten und Taten
(racht nicht, trinkt keinen Alkohol und bewahrt seine sittliche Reinheit)
19??: Die dritte Fassung der Dibrot:
1.Der Shomer ist ein Mensch der Wahrheit und steht auf ihrer Wacht.
2.Der Shomer ist Pionier der nationalen Befreiung seines Volkes und ist in den Zielen der chaluzischen und kämpfenden Arbeiterbewegung treu.
3.Der Schomer ist ein Mensch der Arbeit und strebt nach der Verwirklichung seiner Ideale im schomrischen Kibbuz.
4.Der Shomer kämpft für ein Leben der Gerechtigkeit, Brüderlichkeit und Freiheit in der menschlichen Gesellschaft.
5.Der Shomer ist ein treuer Chawer der schomrischen Gemeinschaft und wahrt ihre Disziplin.
6.Der Shomer ist ein aktives Mitglied seiner Gruppe, pflegt freundschaftliche Beziehungen und strebt zu einer Zusammenarbeit mit seinen Chaverim.
7.Der Shomer liebt die Natur, lernt sie kennen und ist mit dem Boden seiner Heimat verbunden.
8.Der Shomer ist tapfer, selbständig und voller jugendlicher Lebensfreude.
9.Der Schomer stärkt seinen Charakter und strebt zu geistiger und körperlicher Vollkommenheit.
10.Der Shomer ist ehrlich, rein in seinen Gedanken und seine Haltung verwirklicht den chaluzischen Lebensstil: er raucht nicht, trinkt nicht und bewahrt seine sittliche Reinheit.
Als die Dibrot 1928 zum ersten Mal Überarbeitet wurden, kam der Gedanke auf, für jede Altersgruppe eine eigene Palette von Dibrot zu kreieren. Dies sollte den Zweck haben, die Dibrot für jedes Alter verständlich zu machen. Dieser Gedanke wurde jedoch verworfen, und stattdessen wurde darauf geachtet, dass die Dibrot vom Verständnis her nicht all zu schwierig, aber nicht auch zu simpel waren (Wohlgemerkt: Die jüngsten Chanichim waren damals 11 Jahre alt!). Ausserdem sollten die Dibrot nur eine Ausgabe haben, damit sie als moralische Werte gefestigt wÜrden, die, so sagte man damals, unabänderlich, weil zeitlos waren. 1931 übernahm der Haschomer Israel die gesamten Dibrot der Weltbewegung. Doch die erste Veränderung dieser kam schon bald, als in der dritten Dibra statt von "Selbstverwirklichung" von "Selbstverwirklichung im schomrischen Kibbuz" die Rede war. Dies ist der ungefähre Anfang der Entwicklung unserer Dibrot.
Die Dibrot in Bildern
